«Wir sind ja nicht bekloppt»

Inspiration

«Wir sind ja nicht bekloppt»

16. Januar 2024 agvs-upsa.ch – Eine glaubwürdige Unternehmenskultur ist zentral für jeden erfolgreichen Betrieb, sagt Gabriel Galliker. Der CEO der Galliker Gruppe gab spannende Einblicke in die Innovation im Bereich Mitarbeiterkultur. Sascha Rhyner

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Gabriel Galliker startete seinen Input mit einem Ausrufezeichen: «Solange der Mensch strebt, irrt er.» Das sei keine wissenschaftliche Erkenntnis, sondern komme aus seiner Erfahrung. Und er wies gleich auf eine typische Schweizer Eigenschaft hin: «Die erste Frage, die ein Schweizer stellt, ist: Wo arbeitest du?» Bei seinen Ausführungen bezog sich Galliker immer wieder auf die eigene Unternehmung.

«Wir wollen immer Recht haben», sagte Galliker. Und wenn keiner von seiner Position abrücke, gebe es Streit. Dazu gehöre, dass 90 Prozent der Menschen eben nicht zuhören, sondern nur ausreden liessen und bereits Einwände suchten. Wie aber entstehen Lösungen? «Man muss mindestens einen Punkt der Gegenseite annehmen und akzeptieren. Das braucht einen Perspektivenwechsel», so der Ratschlag Gallikers. Menschliche Innovation könne nur entstehen, wenn man den Menschen Zeit gebe. «Ein Formel-1-Motor oder ein Getriebe entsteht immer zuerst in den Gedanken.»

Wichtig sei auch, dass man sich Ziele nicht nur setze, sondern diese auch aufschreibe. «So werden sie physisch. Und dann muss man die Ziele verfolgen und überprüfen.» Man solle nicht an etwas festhalten, was keine Bedeutung mehr habe. Galliker zeigte anhand eines kleinen Beispiels, wie der Mensch gleichzeitig Innovationstreiber und Innovationsverhinderer sei. «Meine Jungs sind immer am Handy, und wir Eltern sagen ihnen, dass wir früher noch draussen gespielt hätten. Vermutlich werden sie dann ihren Kindern, die nur im Metaverse sind, erzählen, dass sie wenigstens noch am Handy gewesen waren.» Das Gelächter im Saal zeigte, dass Galliker einen wahren Punkt getroffen hatte. «Früher war nicht alles besser – es war anders.»

Als Unternehmen sei es wichtig, sich eine glaubwürdige Positionierung zu geben. «So will der Unternehmer, dass das Unternehmen wahrgenommen wird», sagte Galliker. «Das muss aber nicht dem Image entsprechen, also wie das Unternehmen tatsächlich wahrgenommen wird.» Glaubwürdigkeit sei auch wichtig bezüglich der Incentives für Mitarbeitende. Und ein weiterer Tipp Gallikers, der in seinem Unternehmen die Du-Kultur pflegt: «Gestalten Sie Personalinserate gleich sorgfältig wie Ihre Inserate für die Autos.» Ebenso soll man auf Anfragen von Leuten, die sich für eine Stelle bewerben gleich schnell reagieren wie auf eine Auto-Anfrage. «Da warten wir auch nicht noch drei Tage – wir sind ja nicht bekloppt», so Galliker. Und als Denkanstoss gab er mit auf den Weg: «Die Mitarbeitenden kommen wegen dem Unternehmen und verlassen es wegen der Führung und der Kommunikation.»

Ebenso wichtig die Pflege der Berufsbildung. «Halten Sie die Leute in den eigenen Reihen, sonst gehen alle zu Schindler», sagte Galliker und erntete die Lacher des Publikums. Man müsste die Mitarbeitenden respektieren und lieben. «Starten wir mit dem einfachsten und sagen Danke», so Galliker. Und als letzten Denkanstoss gab er den Gästen mit in die Mittagspause: «Die Jugend identifiziert sich mehr, wenn sie näher an der Führung ist.»
 
Die ausführliche Berichterstattung zum «Tag der Schweizer Garagisten 2024» lesen Sie im AUTOINSIDE 2/2024.



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